ÖSeeK Kuratorin
Programmpunkt: Seen und Uferlandschaften in Österreich – Eine baukulturelle Debatte
Liebe Frau Leitner, wenn Sie eine Abkühlung suchen: Welcher Ort am Wasser, Badesee oder Badeplatz ist in Österreich Ihre erste Wahl? Was macht diesen Ort für Sie persönlich besonders?

„Gar nicht so einfach zu beantworten. Ich bin eher abseits der Badesaison an den großen Seen, weil einfach zu viel los ist und manche Seen inzwischen (fast) zu warm werden. Doch ein besonderes Erlebnis ist mitten im Sommer der Sonnenuntergang am Wörthersee im Klagenfurter Strandbad, nachdem fast alle nach Hause gegangen sind und der Lärm verebbt ist. Besonders und leider nicht selbstverständlich: Im Gegensatz zu vielen Bädern hat es lange offen, und nach Saisonschluss bleibt zumindest der Spazierweg am Ufer das ganze Jahr über zugänglich.“
Wasser und insbesondere Seen spielen auch in Ihrem Arbeitsalltag eine zentrale Rolle. Können Sie uns einen kurzen Einblick geben, wie dieser Bezug konkret aussieht?

„Ich beschäftige mich seit einigen Jahren als Universitätslektorin, Forscherin und Kuratorin mit der Zugänglichkeit von Seen und mit der baulich-räumlichen Veränderung von Ufern. Durch diese vielfältigen Tätigkeiten komme ich mit vielen verschiedenen Perspektiven, Disziplinen und Zugängen zum Thema in Berührung. Zurzeit bedeutet das viel Recherche- und Koordinationsarbeit in der Vorbereitung der Seenkonferenz. Es geht um spannende und komplexe Fragen, und ich bin sicher, dass sich der Aufwand lohnt.“
Welche brennenden Fragen und Themen bringen Sie zur Österreichischen Seenkonferenz 2026 mit? Welche werden Sie in Ihrem Beitrag behandeln und worüber möchten Sie mit den anderen Teilnehmer:innen ins Gespräch kommen?

„Mein Anliegen ist, dass trotz der unzähligen Mauern und Zäune, die den Blick verstellen, die großen strukturellen Fragen nicht aus dem Blickfeld geraten. Wie eine konstruktive Auseinandersetzung gelingen und ungewöhnliche Wege zum See eingeschlagen werden könnten, darüber würde ich gern ins Gespräch kommen.“
Kurzbiografie:

Judith Leitner: geboren in Wien, aufgewachsen im Südburgenland, hat an der TU Wien Architektur studiert. Von 2008 bis 2009 war sie Mitarbeiterin bei Geninasca Delefortrie Architectes in Neuchâtel am Neuenburgersee. Seit 2010 ist sie in der Architekturforschung und Baukulturvermittlung tätig, z. B. als Mitinitiatorin der Österreichischen Leerstandskonferenz und von 2011 bis 2020 als Mitarbeiterin bei LandLuft. Als Universitätslektorin betreut sie regelmäßig Lehrveranstaltungen, forscht zum Thema Seen und arbeitet für die ÖGLA als Kuratorin der Österreichischen Seenkonferenz.
(c) Jaume Roig Pedrós


