Seeregionen sind nicht nur landschaftlich und ökologisch wertvolle und besonders interessante Gebiete der räumlichen und baukulturellen Entwicklung, sondern auch herausfordernde Terrains für die Planung, Gestaltung und Weiterentwicklung. Uferzonen werden als Naturlandschaften wahrgenommen, sind jedoch vielerorts
alles andere als unberührte Natur, sondern vielmehr (Zwischen-)Ergebnisse von Eingriffen in den Gewässerhaushalt, an denen stetig weitergebaut, mitunter auch rückgebaut und nachkorrigiert wird. Durch Gewässerregulierungen, Uferbefestigungen und Aufschüttungen wurden aus überschwemmungsgefährdeten Gebieten begehrte Zonen, an denen
Immobilienpreise Höchstwerte erzielen. Verluste an vielfältigen Uferhabitaten waren die Folge. An vielen größeren Badeseen ist heute nur ein Bruchteil der Seeufer öffentlich zugänglich, die Badeplätze und Seebäder im Sommer dementsprechend überlastet. So steigt auch der Nutzungsdruck an kleineren, abgelegenen Gewässern. All diese Entwicklungen wirken sich negativ auf den ökologischen Zustand der österreichischen Seen aus.
Was ist die Österreichische Seenkonferenz?
Viele Seegemeinden und Seeregionen stehen vor ähnlichen Herausforderungen und Schwierigkeiten. Die Österreichische Seenkonferenz (ÖSEEK) zielt darauf ab, eine kontinuierliche bundesweite Plattform zum Austausch von Wissen, Erfahrungen und Lösungswegen zwischen Gemeinden, Regionen und Bundesländern herzustellen. Dabei soll der Status quo dargestellt, ein inter- und transdisziplinärer Dialog ermöglicht und gute
Praxis sowie Lösungsansätze sichtbargemacht werden – zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung der österreichischen Seen und Seenlandschaften. Dies wird insbesondere im Hinblick auf öffentliche Zugänglichkeit, ökologische und baukulturelle Qualität sowie der Rolle von Planung, Recht und Gestaltung im Umgang mit Wasserlandschaften erfolgen.
Alle zwei Jahre wird eine Konferenz an wechselnden Austragungsorten und mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten abgehalten. Die Seenkonferenz und diese Onlineplattform dienen der Information, der Förderung von Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie der Vernetzung von Akteur*innen und Stakeholder*innen. Im Vordergrund steht ein konstruktiver Dialog, in dem offen diskutiert und praktikable Lösungsansätze vorgestellt sowie Handlungsempfehlungen und Beratungsangebote entwickelt werden. Dazu gehören u.a.:
- Bewusstseinsbildung für ökologische Zusammenhänge
- Recht auf Zugang zur Natur
- Blaue Infrastrukturen & Klimawandel
- Umgang mit Ufern als Gestaltungsaufgabe
- Förderung der Diskussion im deutschsprachigen Raum
- Anregung der Forschung zur Thematik


