Veranstaltungsort der Österreichischen Seenkonferenz 2026
Text und Fotos: Judith Leitner
Der Attersee ist der größte See im österreichischen Alpenraum. Er gehört wie die Mehrheit der großen Seen in Österreich zum „Eigentum der Republik – Österreichische Bundesforste“. Die Besiedelung der Ufer reicht mindestens 6.000 Jahre zurück. 2027 wird die Landesausstellung im Salzkammergut stattfinden, die der Siedlungsgeschichte, insbesondere
dem Weltkulturerbe Pfahlbauten gewidmet ist. Die zahlreichen Villen und dazugehörigen Gärten und Bootshäuser, die seit dem späten 19. Jahrhundert errichtet wurden, sowie mehrere Seebäder zählen mitunter zum kostbarsten baukulturellen Erbe der Region. Die Veränderungen der Seegemeinden und ihrer Kulturlandschaft wurden im Sammelband „Der Attersee: Die Kultur der Sommerfrische“4 anschaulich für die interessierte Öffentlichkeit dokumentiert.
Der Attersee einer der beliebtesten Seen Österreichs und ist berühmt für seine hohe Wassergüte und seine einzigartige Farbe. Weniger bekannt ist, dass der ökologisch bisher als sehr gut eingestufte Attersee seit Langem nur noch wenige Prozent natürliche Ufer besitzt. Er gehört in dieser Hinsicht „zu den am stärksten belasteten Seen seiner Größe in ganz Mitteleuropa. 87 Prozent der Uferlinie sind zumindest deutlich beeinträchtigt.“5 Die Verbauung konnte, wie die Kartierungen 2024 zeigen, etwas reduziert werden, die Zahl der Stege und Bootshäuser ist mit weit über 1.000 jedoch ausgesprochen hoch. Am benachbarten Traunsee, dessen Uferverbauung 2023 dokumentiert wurde, müssen laut EU-Wasserrahmenrichtlinie Verbesserungen angeordnet werden, um Uferhabitate wieder herzustellen.6 Zunehmend sanierungsbedürftige Uferbefestigungen könnten Diskussionen über gezielte Rückbauten und naturnahe Gestaltung fördern.

aus oftmals nur schwer fußläufig erreichbar. Gemeinden zahlen für einige Seebäder und Badeplätze ermäßigte Pachten an die Bundesforste und kümmern sich um den täglichen Betrieb.
Karte: Sky Langendorf, Pia Larcher, Lena Peisser im Rahmen der LVA „Seezugänge Attersee” am FoB landscape der TU Wien, Grundlagen: DKM Oberösterreich, Bearbeitung: Judith Leitner
Information über Seezugänge wurde verbessert
Die Seezugänge können seit Kurzem im oberösterreichischen Geoinformationsystem DORIS⁸ und die Badeplätze der Bundesforste österreichweit auf www.bundesforste.at/badeplaetze eingesehen werden. Es gilt mit den vorhandenen Räumen bestmöglich umzugehen und deren fußläufige Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualitäten zu verbessern. In mehreren Seegemeinden gibt es aktuell Interesse für neue Ansätze und nachhaltige Veränderungen: In Seewalchen und Attersee gibt es Diskussionen über die ganzjährige Zugänglichkeit der Seebäder, für die Promenade und den Landungsplatz in Attersee wurden Konzepte zur Neugestaltung erarbeitet. Weitere spannende Orte sind das ehemalige ÖBB-Areal mit dazugehörigem Seezugang in Schörfling und zwei benachbarte Badeplätze in Unterach, wo auch eine naturnahe Gestaltung des kanalisierten Bachs im Raum steht. Nicht zuletzt ist die Verbesserung der Situation für Radfahrer und Fußgänger am Attersee wie an vielen anderen Seen ein ungelöstes Thema und eine schwierige Gestaltungsaufgabe.

bei. Die Mieten und Pachten für Stege, Bootshäuser und Bojen sind in den letzten Jahren analog zu den Bodenpreisen stark gestiegen und bieten für Seeeingentümer willkommende Einnahmequellen.


Mondsee.

Heute sind solche Aufschüttungen nicht mehr erlaubt. Stattdessen gibt es Überlegungen, wie sanierungsbedürftige Uferbefestigungen sinnvoll rückgebaut und ökologisch tragfähige
Kompromisse gefunden werden können.
Quellen
1
www.seenvolksbegehren.at
www.architektur-kaernten.at/programm/schwerpunkte/seenkonferenz
Architektur Kärnten: Seenhandbuch „Wie gehen wir mit unseren Seen um“ (pdf)
Ein Verkaufsverbot für Ufergrundstücke in Landes- und Gemeindebesitz wurde nicht umgesetzt, die Seezugänge wurden sichtbarer gemacht und eine eigene Seenkommission eingerichtet, die sich u.a. um Ankauf und Pachtung bzw. Attraktivierung kümmern soll.
2
www.spooe.at/freier-seezugang
www.parlament.gv.at/dokument/XXVII/PET/2/fnameorig_772344.html
3
www.bernerzeitung.ch/lebensraeume-im-wasser-am-ufer-und-an-land-307010964246
4
Erich Bernard, Judith Eiblmayr, Barbara Rosenegger-Bernard, Elisabeth Zimmermann: Der Attersee. Die Kultur der
Sommerfrische. Wien 2008
5
Renate Pucsko: Die Bedeutung des Seeufers „Pilotprojekt Attersee“, Informativ, Heft 15, 1999, S. 14
6
https://www.land-oberoesterreich.gv.at: Systema Attersee. Uferverbau 2024. Bericht (pdf)
www.land-oberoesterreich.gv.at: Systema Traunsee. Uferverbau 2024 (pdf) www.ages.at/fileadmin/badegewaesser/pdf/AT3150000500270040.pdf
7
https://wo.doris.at (Rubrik Wirtschaft& Tourismus – öffentliche Seezugänge)


